Amazonien – eine indianische

Kulturlandschaft

Eine Ausstellung und eine Einladung zur Beteiligung an einem

Klimaschutzprojekt

Download des Flyers: hier

 

                                                                                    ©Heiner Heine

Flüsse und Wald sind die Heimat indigener Gemeinschaften, die die Vielfalt der Flora und Fauna für Ernährung, Medizin, Kleidung und Wohnung nutzen. Ihre Kinder lernen von klein auf zu fischen und im Waldgarten zu helfen. Kulturzentren und Bildungsprogramme ihrer Organisationen sprießen aus dem Boden, um die Werte ihres ganzheitlichen Weltbildes, ihre Kosmologie im jahreszeitlichen Zyklus und die Anpassung an den Raum ihrer Territorien zu vermitteln, damit Böden, Gewässer und Klima erhalten bleiben und so ihr gemeinschaftliches Leben im Wald eine Zukunft hat.

Der Druck auf den Wald steigt durch Interessen des Weltmarkts: Bergbauprojekte, der Aufstau von Flüssen zur Energiegewinnung für die Verarbeitung der Rohstoffe, das Eindringen von Holzhändlern auf indigene Territorien, die Ausbreitung der Rinderweidewirtschaft sowie die Ausdehnung von Monokulturen wie Ölpalmenplantagen und Soja-Anbau auf Kosten des Waldes sind an der Tagesordnung – insbesondere nach der Wahl des neuen Präsidenten in Brasilien.

Indigene Völker haben nach der brasilianischen Verfassung von 1988 Recht auf Territorien. Dieses Recht ist auch in der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation verankert. Das ist ein wirksames Instrument für den Schutz der bedrohten indigenen Völker.

Neben Indigenen Völkern leben viele andere Gemeinschaften im Wald, die als „Wächter des Waldes“ bezeichnet werden, so die Kautschuk-Sammler, Flussanwohner, Nachfahren der entflohenen Sklaven (Quilombolas) und Fischer. Sie alle sind bedroht. Ihre Rechte werden missachtet. Großprojekte führen zu Vergiftung, Vertreibung, Tod. Der Schutz des Waldes ist nicht gewährleistet. Das Klima verändert sich und mit ihm der jahreszeitliche Rhythmus.

 

Was haben Menschenrechte, Klima und Vielfalt miteinander zu tun? Die Ausstellung in der Ev. Kirchengemeinde Zum Guten Hirten in Friedenau wird in dieses zentrale lebenswichtige Thema unserer Generation einführen.

Die Eröffnung findet am 9. Juni 2019 um 11:00 statt. Bis zum 29. September 2019 ist die Ausstellung auch mit Gruppen zu besuchen.

Die 28. Internationale Jahreskonferenz des Klima-Bündnis der Städte findet vom 25.-27. September 2019 in Rostock statt. Anmeldung und Programm unter http://www.klimabuendnis.org/events/internationale-jahreskonferenz/programm.html

Bei Interesse an Gruppenführungen durch die Ausstellung nehmen Sie bitte Kontakt auf zu:

Prof. Dr. Clarita Müller-Plantenberg, muellerp@uni-kassel.de

 

©Eliane Fernandes Ferreira


Begleitprogramm der Ausstellung für Gruppen:

DIDAKTISCHES MATERIAL

Amazonien – Simulation einer konfliktiven Begegnung, ein Rollenspiel für Schulen (11.-13. Klasse) und Erwachsenenbildung

Ziel: Auseinandersetzung mit den politischen, ökonomischen, sozialen und ökologischen Ak-teuren und ihren Interessen im Konfliktfeld Amazonien. Regenwaldzerstörung durch Extraktivismus mit den Folgen für die lokale Bevölkerung, Klima und Artenvielfalt, indigener Widerstand, unsere Mitverantwortung.

Referent: Dr. Werner Würtele

werner.wuertele@lateinamerikaforum-berlin.de


„Brasilien – Wer lebt im Regenwald?“

Ein Bildungsangebot für Vorschul- und Grundschulkinder
Ziel: Die Kinder erfahren etwas über die unterschiedlichen Menschen, die im Regenwald leben. Wie sind sie dorthin gekommen und wie leben sie?

Referentin: Elisabeth Bolda (im Rahmen des Programms Bildung trifft Entwicklung)
Kontakt: bolda@posteo.de

 

Ab September:

▪ „Nachhaltig Leben – Zum Beispiel Amazonien“

Ziel: Sensibilisierung der Schüler*innen für einen nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsstil.

▪ „Ideenklau für meine Welt“ Dieses Modul soll die Schüler*innen dabei unterstützen, einen eigenen nachhaltigen Lebensstil zu entwerfen.

▪ Lehrerworkshop: Indigene Völker – Was können wir lernen?

Referentin: Dr. Cindy Völler cv.cindy@yahoo.de

 

 

Ausführlichere Informationen auf:

www.lateinamerikaforum-berlin.de/amazonien/

 

 


Kino

Samstag 22. Juni 2019, 10:00-13:00 Uhr

Amazonien-Matinee

Kino Eva-Lichtspiele
Eintritt frei, Spenden möglich
Blissestraße 18, 10713 Berlin (U Blissestrasse oder Bus 101,104,249/ Tell.: 030 922 55 305) http://www.eva-lichtspiele.de/

 


Das Land ist unser Leben, unsere Identität, unser Erbe! Die Frauenorganisation der Guarani-Kaiowá und der Kampf um indigenes Land in Brasilien

Zeit: 23. Juni 2019

Ort: Interkulturelles Frauenzentrum S.U.S.I.
Bayerischer Platz 9/Innsbrucker Str. 58, 10779/10825 Berlin

Janete und Alenir Guarani-Kaiowá aus Mato Grosso do Sul (Brasilien) berichten über den Kampf für die Demarkierung ihres traditionellen Landes, gegen die Interessen der Agrarindustrie, und über die Kuñangue Aty Guasu, die Frauenorganisation der Guarani-Kaiowá. Diese fordert die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ebenso ein wie den Respekt für das indigene Leben und die Umwelt (insbesondere im Angesicht der Demontage indigener Institutionen unter der aktuellen Regierung). Als Frauen sind sie zudem besonders betroffen von rassistischer Diskriminierung und der zunehmenden Gewalt. Dagegen organisieren sie sich z.B. durch Stärkung ihrer traditionellen Religion und Medizin.

Wir wollen auch die Verantwortung Deutschlands beleuchten – als Importeur von Agrarrohstoffen und Sitz multinationaler Agrarkonzerne wie Bayer und BASF.

Veranstalter: Guarani Kaiowá Support Network, FIAN, Quilombo Ayé, Coletivo Caipora, Gesellschaft für bedrohte Völker, FDCL, CIMI, Abá; Unterstützt durch: Klima-Bündnis, Katholischer Fonds, Stiftung Umverteilen, Europäische Union, S.U.S.I.

Weitere Infos auf:

 

 


Einladung zum Fachgespräch

Brasilien aktuell: Indigenenrechte unter Beschuss

Die Lage der Indigenen unter Bolsonaro & die Bedeutung der ILO Konvention 169 und deren Ratifizierung durch Deutschland

Download des Flyers hier (klein) und hier (gross)

Montag, 24. Juni 2019,  16:00 – 18:00 Uhr

Raum: 0.K.o7 Nydia Bautista, Brot für die Welt, Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin

Gespräch mit Sônia Mota (CESE), Janete Ferreira Alegre und Alenir Aquino Ximenes (Guarani-Kaiowá Aty Guasu Mato Grosso Sul)
 
Anlässlich des Besuchs von Sônia Mota, Leiterin der Coordenadoria Ecumênica de Serviço, CESE (langjährige Projektpartnerin von Brot für die Welt und Misereor) sowie  Janete Ferreira Alegre und Alenir Aquino Ximenes, zwei Vertreter*innen der Frauenorganisation der Guarani-Kaiowá aus Brasilien, möchten wir Sie sehr herzlich in Zusammenarbeit mit FIAN und Misereor zu einem Fachgespräch einladen.

Besorgniserregend ist derzeit die Situation der Indigenen in Brasilien – gerade für die Guarani-Kaiowá im Bundestaat Mato Grosso do Sul. Obwohl die brasilianische Verfassung von 1988 den Indigenen das Recht auf Land anerkennt, leben heute viele von ihnen in überfüllten Reservaten. Die exportorientierte Landwirtschaft dominiert das Land und setzt ihre Interessen auf Kosten der indigenen Gemeinschaften durch. So trägt die hohe Nachfrage nach Soja für die Futtermittelindustrie in Europa dazu bei, den Druck auf Boden- und Umweltrechte zu erhöhen.  Hierfür schränkt der neue brasilianische Präsident Bolsonaro die Indigenenrechte immer weiter ein.

Wir möchten gerne unsere Gäste als Akteure der brasilianischen Zivilgesellschaft zur aktuellen Situation in Brasilien berichten lassen und dabei insbesondere auf die Verletzung von Indigenenrechten eingehen. Vor diesem Hintergrund möchten wir gerne mit Ihnen über die Bedeutung der ILO Konvention Nr. 169 und die angestrebte Ratifizierung durch Deutschland diskutieren.

Programm

16:00     Begrüßung und Vorstellung der Gäste
16:15     Einstiegsvortrag zur aktuellen Situation in Brasilien, Sonia Mota, CESE (mit Rückfragen)
16:45     Bericht über die Situation von Indigenen in Brasilien, Janete Ferreira Alegre und Alenir Aquino Ximenes (mit Rückfragen)
17.15     Diskussion über die Lage der Indigenen, die Rolle der ILO-Konvention Nr. 169 und die deutsche Ratifizierung
18:00     Ende der Veranstaltung


Zum Hintergrund unserer Gäste

Sônia Mota ist Leiterin der CESE – langjährige Projektpartnerin von BfdW und Misereor. CESE, Coordenadoria Ecumênica de Serviço, ist eine von christlichen Kirchen getragene gemeinnützige Organisation. Durch Projektförderung, Dialog und Austausch fördert CESE Initiativen, die sich für wirtschaftliche, politische und soziale Veränderungen zugunsten von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit engagieren. CESE ist außerdem Mitglied des internationalen Dialogprogramms PAD (Processo de Articulação e Dialogo). Aktuelle thematische Schwerpunkte sind ihr Einsatz im brasilianischen Act Forum (Foro Ecumênico ACT) gegen religiöse Intoleranz, gegen die Vertreibung von Landarbeiterinnen sowie von indigenen und afrobrasilianischen Zielgruppen durch den Agrarbusiness sowie für sozio-ökologische Gerechtigkeit in städtischen und ländlichen Gebieten (u.a. Koordination der ökumenischen Initiative für die Guarani-Kaiowá MS und Teilnahme an der ökumenischen Mission zum Gedenken an das Massaker an Landarbeitern in Pará, 2018).

Janete Ferreira Alegre und Alenir Aquino Ximenes (Guarani-Kaiowá Aty Guasu Mato Grosso Sul) sind zwei Vertreter*innen der Frauenorganisation der Guarani Kaiowá „Kuñangue Aty Guasu“. Mit dem Rechtsruck unter der aktuellen brasilianischen Regierung sind deutliche Einschränkungen in Bezug auf die Rechte indigener Gruppen zu befürchten sowie ein Anstieg der Gewalt gegen Indigene und eine zunehmende Kriminalisierung von indigenen Organisationen. In diesem Kontext sind indigene Frauen besonders betroffen. Im Vordergrund ihres Beitrages steht dabei die Gewalt gegen Frauen in Form von Vergewaltigungen und sexuellem Missbrauch. Weiterhin leiden die Frauen unter Diskriminierung und Misshandlungen im öffentlichen Gesundheitswesen. Die Zerstörung der indigenen Kultur Guarani-Kaiowá wirkt sich negativ auf die Frauen aus.

Die Veranstaltung findet in Portugiesisch mit deutscher Übersetzung statt.
    

Fragen und Anmeldungen bitte an: cristina.petrik@brot-fuer-die-welt.de

Weiter Informationen:

 



RINGVORLESUNG: INDIGENE VÖLKER

Dienstags bis 9. Juli 2019  18:15-19:45 Uhr
TU Berlin, Mathematik-Gebäude,
Hörsaal MA 004

Focal Area Summer Semester 2019:

Indigenous People, Land and Nature

For all students and the interested public
(lectures held in English) Straße des 17. Juni 136, 10623 Berlin

Technische Universität in Kooperation mit
der FU und der HU https://ecodevelopment.jimdo.com/tu-berlin-lecture-series-development-policy-ringvorlesung/