Veröffentlicht am Do., 16. Apr. 2020 20:38 Uhr

Nun ist beschlossen, was bereits zu erahnen war: Die Maßnahmen werden mit ausgewählten Lockerungen verlängert. Unsere Gottesdienste gehören vorerst nicht dazu.

Bundeskanzlerin Merkel lobte bei der Pressekonferenz am Mittwoch ausdrücklich die Kreativität der Kirchen, alternative Formen zu ersinnen und anzubieten. Und auch aus unserer Gemeinde kommen auf unterschiedlichen Wegen dankbare Rückmeldungen zu unserem online Angebot an. Diese Nachrichten sind mir hilfreich und kostbar. So füllen sich die leeren Kirchenbänke, wenn ich in die Kamera spreche. Und so feiern wir trotz Verbot doch gemeinsam Gottesdienst, wenn auch Zeit- und Orts - versetzt.

Aus diesen Eindrücken der letzten Tage entstand in mir die Erinnerung an ein Glaubensbekenntnis, das Dietrich Bonhoeffer verfasst hat. Ich möchte es Ihnen heute mitgeben. Nicht, weil ich meine alle Erklärungen für die aktuellen Fragen zu finden. Sondern weil es einen beim Nachsinnen über unsere Lage und der Frage nach einem Sinn hinter allem Widersinn auf die eine oder andere Spur setzen kann:

Ich glaube,
dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandkraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube,
dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube,
dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Amen.

 

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