Veröffentlicht am Fr., 24. Apr. 2020 11:44 Uhr

„Bleib gesund!“

Dieser Wunsch ist inzwischen schon fast schon zu einer Routineformel geworden. Ein kleines Ritual beim Abschied. Am Ende einer Mail nicht selten mit einem „!“ versehen. So wird aus dem Wunsch schon fast eine Aufforderung, wie „Auf Abstand bleiben!“, „Zuhause bleiben!“

Seit 2015 gibt es in unserem Land ein „Gesundheitspräventionsgesetz“. Wir sollen uns so verhalten, dass wir gesund bleiben und etwas tun gegen die „scheußlichen Vier“: Alkohol, Tabak, falsche Ernährung, Bewegungsmangel. Die Verbreitung des Corona-Virus zeigt, wie wichtig das alles ist. Zugleich machen wir die Erfahrung: Selbst wenn man gesund lebt, garantiert das keine Gesundheit.  

Außerdem ist Gesundheit ja nicht nur eine Sache der körperlichen Unversehrtheit. Menschen können körperlich beeinträchtigt und trotzdem gesund sein. Und ob jemand krank oder gesund ist, hängt immer davon ab, wen man fragt, welche Untersuchungen man macht, wie man lebt, welche Möglichkeiten jemand für sich sieht. 

Viel ist in diesen Tagen von „Risiken“ die Rede. Wir können mit unserem Verhalten das Risiko einer Erkrankung beeinflussen. Ausschließen können wir ein Krankwerden nicht. Wir haben eine Verantwortung, das Bestmögliche für unsere eigene und für die Gesundheit der anderen zu tun. Aber niemand kann dafür verantwortlich gemacht werden, wenn sie oder ihn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen das Virus erwischt. Ich denke vor allem an Ärzte, Pflegende, Erzieherinnen und Erzieher. 

„Bleib gesund!“ – wenn wir uns so etwas immer wieder wünschen, wissen wir auch, dass das „Bleiben“ nicht etwas Statisches ist. Bleiben ist etwas, das zwischen einem Anfang und einem Ende von Dauer sein möge. Wenn wir uns das zum Abschied wünschen, drücken wir auch die Hoffnung füreinander aus, bis zu einem Wiedersehen gesund zu bleiben. 

Von Jesus wird immer wieder erzählt, dass er Kranke „gesund machte“ oder das Leute durch ihn „gesund wurden“; nie, wie lange sie „gesund blieben“. Gesund kann man also offenbar immer nur werden. Und das kann man sich nicht oft genug wünschen!

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