Veröffentlicht am Mi., 29. Apr. 2020 07:21 Uhr

Ich musste mir den Wecker stellen, kurz vor halb 6 morgens, musste ich heute aufstehen. Verdammt früh, meine Laune war nicht die beste, im Radiowecker liefen die Nachrichten – Corona das allbestimmende Thema. Auf die frühe Besprechung hatte ich keine große Lust. Ich ging in mein Arbeitszimmer. Wärmend, hell und licht voller Wärme, gelb und grün, grüngelb und gelbgrün. Die Sonne strahlte durch die Fenster. Herrlich! Ich schaue aus meinem Fenster auf die Kirche, den Platz - ein Blühen aus tausend und abertausend Blüten gewoben aus Flieder und Jasmin, Tulpen und frischem zarten Grün an den Bäumen

Alles wird leichter, froher, und wohlgestimmter. Es sind die Maienstunden des Lebens, Maientage voller Frühlingsgefühle. Und das ist gut so. Ich brauche sie so sehr und Ihr doch auch!

Ich genieße die Pracht, die Fülle, die Vogelstimmen, den wolkendurchzogenen blauen Himmel. Es tut mir gut, „die Schönheit der Welt zu lieben, denn sie ist das Zeichen eines Liebesaustausches zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung“(Simone Weil, EG, S.926).

Es ist wie eine Botschaft, die uns an die sanften, stillen, von Anmut erfüllten Momente im Leben erinnert – ein Blühen, das nach innen geht. Im Öffnen der Blüten beginne ich wieder mich selber zu öffnen, empfänglich zu werden – nur wofür? „Es ist ein großes Wunder in der Welt... ein jedes Ding ist überwacht von einer flugbereiten Güte wie jeder Stein und jede Blüte und jedes Kind bei Nacht, so fasste es der Dichter Rainer Maria Rilke in seinem Stundenbuch zusammen.

Ein Liebesaustausch zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung. Die Natur ein Gebet, erfüllt von Heiterkeit, die sich auf mein Beten legt, und mein Sprechen mit Gott und dem ersten Menschen der mir heute begegnet – Nadine - fröhlich macht – mag es manchmal auch nur für einen Moment sein. Es ist ein Blühen in der Welt! Und der Tag wird anders, weil dieses Blühen mich positiv verändert.

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