Veröffentlicht am Mo., 4. Mai. 2020 16:01 Uhr

Angst ist ein Gefühl, das für uns schwer zu begreifen ist. Angst ist ein Instinkt, ein Warnsystem in uns, damit wir uns in Sicherheit bringen. Angst kann auch eine neue Lernerfahrung ankündigen. Ist das bisher Unbekannte bewältigt und erlernt, hat sich aus der Angst eine neue Erkenntnis geformt.

Angst kann sich aber auch verselbstständigen. Sie kann unbegründet oder überzogen sein und uns lähmen. Wenn wir nur aus Angst heraus Entscheidungen treffen und sie nicht auf ihre tatsächliche Bedrohung hin prüfen, werden wir orientierungslos. Dann reagieren wir nur noch und fällen eigentlich keine Entscheidung mehr. Denn die Angst hat die Richtung längst vorgegeben.

Woher weiß ich, wann die Angst mich retten will und ab welchem Punkt sie mich gefangen nimmt und unfrei werden lässt?

Die Angst verliert ihre lebensbewahrende Funktion, wenn sie zum einzigen Gefühl wird, das uns regiert. Gott hat uns aber mit einer ganzen Bandbreite an Emotionen ausgestattet, und dazu noch mit Geist und Vernunft. Es gibt nicht nur eine Art, unsere Welt zu erfahren und zu deuten. Es kommt auf das Zusammenspiel dieser Fülle an.

Prüft aber alles und das Gute behaltet.

1. Thess 5,21

Das ist so ein Satz, über den wir schnell hinweglesen. Aber prüfen heißt, die eigene Empfindung oder den Eindruck sorgsam zu untersuchen, hin und her zu bewegen, vielleicht den Standpunkt testweise zu wechseln. 

Und das, was als lebenserhaltend übrig bleibt – das behalten wir und hierauf begründen wir unseren Weg.

Es grüßt Sie herzlich,

Vikarin Luther

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