Veröffentlicht am Fr., 15. Mai. 2020 13:00 Uhr

In den letzten Wochen schrieb und predigte ich von dem unverbrüchlichen Versprechen Gottes an uns. Also, dass Gott nicht von uns lässt, uns nicht vergisst, die Welt und uns in seiner Hand hält. Diese Zusage kann einen durch jeden Tag tragen. So gehe auch ich voller Vertrauen vor die Tür und stelle mich der täglichen Konfrontation mit dieser Pandemie und ihren Folgen für unser Leben.

Aber es gibt diese Momente, da reicht diese Gewissheit nicht mehr aus. Wenn sich die Ereignisse überschlagen, die Nachrichten und Erkenntnisse undurchsichtiger werden, die Geduld abnimmt während die eigene Müdigkeit zunimmt.

Was hilft in solchen Momenten?

Beten.

Das ist keine berufsbedingte Verlegenheitsantwort. In solchen Momenten beten bedeutet: die Richtung wechseln. Anstatt dem, was Gott zusagt geht es dann darum, was man zu Gott tragen möchte. Das geht mit eigenen Worten, bekannten Gebetstexten oder einem Lied.

Mein betendes Lied will ich heute mit Ihnen teilen. Es wurde von Hannah Szenes geschrieben und wirkt auf den ersten Blick kurz und schlicht. Ähnlichen den meditativen Gesänge aus Taizé gewinnt es aber an Tiefe und Kraft, je öfter man es wiederholt. Und wenn ich diese Bitten an Gott geschickt habe, fühle ich mich danach beruhigt und bereit für den nächsten Tag:

 

Mein Gott, mein Gott,

lass niemals enden:

den Sand und das Meer,

das Rauschen des Wassers,

die Blitze des Himmels,

das Gebet des Menschen.

 אלי, אלי,

שלא יגמר לעולם

החול והים

רשרוש של המים

ברק השמים

תפילת האדם

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