Sonntag, 16. August 2020, 09:30 Uhr

Gottesdienst zum Israelsonntag mit Psalmvertonungen zu:

Psalm 23 (Der Herr ist mein Hirte) - Max Janowski (1912 - 1991)

Psalm 93 (Der HERR ist König und herrlich gekleidet) - Alberto Hemsi (1898 - 1975)

Psalm 61 - (Höre, Gott, mein Schreien und merke auf mein Gebet!) - Louis Lewandowski (1821 - 1894)









Foto: Boaz Arad


Kantor Assaf Levitin amtiert bei der liberalen jüdischen Gemeinde in Hannover. Er absolvierte seine Ausbildung am Kantorenseminar des Abraham-Geiger-Kollegs in Berlin, und ist dazu ein aktiver Konzert-und Opernsänger, Chorleiter, Arrangeur und Komponist. Mit seinem Ensemble Die drei Kantoren hat er zwei CDs aufgenommen. 2019 erschien seine dreifache CD mit der ersten Gesamtaufnahme des jüdischen Komponisten Alberto Hemsi, begleitet vom Pianisten Naaman Wagner. 

Der israelische Pianist Naaman Wagner trat als Solist mit dem Jerusalem Symphony Orchestra und als Improvisator beim Israel Philharmonic Orchestra auf. Seit 2000 spielt er beim jährlich stattfindenden Kfar Blum Festival und hatte außerdem Auftritte beim Israel Festival und Abu Gosh Festival. Im Juni 2011 hat er sein Diplom bei Professor Arie Vardi an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover absolviert. Naaman Wagner wohnt er in Berlin, spielt im Calaf Trio und tritt auch in Israel als Solist und Kammermusiker regelmäßig auf, unter anderem mit den Israel Contemporary Players unter der Leitung von Zsolt Nagy. 











Synagoge München

Die Namen der Sonntage des Kirchenjahres beziehen sich meist auf einen typischen Aspekt des Gottesdienstes an diesem Tage. Nur die Sonntage „nach Trinitatis“ (dem Dreifaltigkeits-Sonntag nach Pfingsten) bekommen einfach Nummern verpasst. In diesem Jahr bis zum „21. Sonntag nach Trinitatis“ am 1. November 2020. Nur ein Sonntag durchbricht diese Monotonie: Der 10. Sonntag nach Trinitatis, der sog. Israelsonntag, heute 16. August 2020. Es ist der einzige Sonntag im Kirchenjahr, für den das Gottesdienstbuch kirchlicher Lesungen zwei Themen nennt: „Kirche und Israel“ oder „Gedenktag der Zerstörung Jerusalems“.

Letzteres erklärt, dass der Israelsonntag mitten im Sommer in Beziehung zu einem wichtigen jüdischen Gedenktag in dieser Zeit steht. Immer am „9. Tag des Monats Av“ (2019 am 11. August) gedenkt das Judentum in Trauer der Zerstörungen Jerusalems sowie der damit verbundenen Leiden und Vertreibungen.

Mit der Nähe zum jüdischen Kalender christlicherseits diese Trauer zu teilen, war jedoch lange nicht naheliegend – im Gegenteil. Der Israelsonntag diente in theologischer Verblendung dazu, eine vermeintlich Überlegenheit der Kirche über Israel zu zelebrieren. Erst nach der Schoah, dem Holocaust, begann langsam ein Umdenken. Der Sinn des Israelsonntags war nun, sich bewusst zu werden: „Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.“ (Röm 11,18). Eine Kirche, die dieses „Geheimnis“ vergisst (Röm 11,25), kann vieles sein, aber nicht mehr Kirche Jesu Christi, denn der ist nun mal ein geborener Jude.


Predigttext: Römerbrief 11,25-32

Mitwirkende
Kantor Assaf Levitin, Naaman Wagner (Pianist), Caspar Wein, Pfr. Peter Martins
Ort Kirche Zum Guten Hirten Berlin-Friedenau, Friedrich-Wilhelm-Platz, 12161 Berlin