Auf dem Weg der Passion – Sieben Wochen ohne

Auf dem Weg der Passion – Sieben Wochen ohne

Auf dem Weg der Passion – Sieben Wochen ohne

# Aus der Gemeinde

Auf dem Weg der Passion – Sieben Wochen ohne

Ein Aschekreuz auf der Stirn kommt in evangelischen Gottesdiensten selten vor, ist in unserem Aschermittwoch-Abendgottesdienst jedoch eine lange Tradition. Sie geht zurück auf einen alten Brauch, bei dem Gläubige als sichtbares Zeichen der Bereitschaft, ihren bisherigen Lebenswandel zu verändern, demütigende Kleider anzogen und sich mit Asche bestreuen ließen.

Vom Aschermittwoch bis zum Karsamstag dauert die Passionszeit, das sind 46 Tage. Da die sechs Sonntage dieser Zeit als Fastentage ausgenommen sind, kommt man auf 40 Fastentage. Sie erinnern an die Geschichte von Jesu 40-tägigem Fasten in der Wüste. Viele Christinnen und Christen nutzen diese Wochen, um Gewohnheiten zu überdenken und ihrem Alltag eine neue Ausrichtung zu geben. Manche verzichten auf bestimmte Lebensmittel oder Alkohol, andere schränken Medienkonsum und digitale Ablenkung ein. Verzicht ist dabei kein Selbstzweck, sondern will Raum schaffen, für kritisiche Selbstprüfung, für Gebet, für bewusstes Gegensteuern und Freiwerden von Abhängigkeiten. Die bekannte Aktion „Sieben Wochen ohne“ zeigt darüber hinaus: Fasten ist nicht nur ein individuelles Projekt, sondern ein gemeinsamer Weg. Fastende sind miteinander vernetzt, gemeinsam fällt Veränderung leichter.

Im Pfarrsprengel Kirche in Friedenau gibt es Passionsandachten, beginnend mit dem Aschermittwoch, im Vorsaal im 2. OG des Gemeindehauses Nathanael und ab Mittwoch, dem 11. März, in der Philippus-Kirche. (Weitere Infos unter www.philippus-nathanael.de)

Die liturgische Farbe dieser Zeit ist Violett – die Farbe der Besinnung, der Umkehr und der Vorbereitung. Sechs Sonntage gehören zur Passionszeit und strukturieren den Weg auf Ostern hin. Ihre alten lateinischen Namen greifen jeweils Worte aus den Eingangspsalmen des Sonntags auf:

  • Der 1. Sonntag heißt Invokavit – „Er hat mich gerufen“.
  • Der 2. Sonntag trägt den Namen Reminiszere – „Gedenke, Herr!“.
  • Der 3. Sonntag heißt Okuli – „Meine Augen“.
  • Der 4. Sonntag, Lätare – „Freue dich!“, setzt einen hoffnungsvollen Akzent.
  • Der 5. Sonntag heißt Judika – „Richte mich!“.
  • Der 6. Sonntag schließlich ist Palmarum (Palmsonntag). 

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. In ihr verdichten sich Erinnerung und Erwartung. Am Gründonnerstag wird der Einsetzung des Abendmahls gedacht. Der Karfreitag ist der Tag des Leidens und Sterbens Jesu am Kreuz. Der Karsamstag – auch „Stiller Samstag“ genannt – ist ein Tag der Grabesruhe und des Innehaltens. In unserer Gemeinde ruht nach der Andacht zur Sterbestunde das kirchliche Leben. 

Mit dem Ostersonntag, dem Fest der Auferweckung Jesu Christi, beginnt schließlich die österliche Freudenzeit.

pm

Dies könnte Sie auch interessieren

0
Feed